Menschen bewerten bei der Lösung situativer Aufgaben tendenziell die eigenen Einstellungen (Glaubenssätze, Erinnerungen) und Verhaltensweisen als wichtiger und richtiger (Michael Ross, Fiore Sicoly – 1979). Das gilt vor allem dann, wenn die Personen sich nur schlecht oder gar nicht in die Lage anderer Menschen in derselben Situation versetzen können oder wollen. Die grundsätzliche Ausprägung des Egocentric Bias hängt stark vom Charakter, der Persönlichkeit und der Bildung des jeweiligen Menschen ab. Der Egocentric Bias dient der Selbsterhaltung und Stabilität der eigenen Identität. Er sorgt für eine Konsistenz in Einstellungen, Verhaltensweisen und Erinnerungen. Je stärker die kognitive Verzerrung ausgeprägt ist, desto schwieriger ist es für die Person Veränderungen und Entwicklungen durchzuleben. Neue Verhaltensweisen und Blickwinkel sind Menschen mit einem ausgeprägten Egocentric Bias nur schwer zu vermitteln.

Dies äußert sich auch in der Lösung von Situationen: Die bereits gespeicherten Informationen (Einstellungen, Verhaltensmuster und Erinnerungen) werden schnell abgerufen und auf die Situation aktiv angewendet. Damit kommen Personen mit einem ausgeprägten Egocentric Bias schneller zur Lösung, verbauen sich aber potentiell lohnenswertere Ansätze. Gleichzeitig führt die erfolgreiche Lösung der Situation zu einer Verhärtung der eigenen Einstellungen, Verhaltensweisen und Erinnerungen. Die Folge: Menschen überbewerten ihre Rolle und ihren tatsächlichen Einfluss auf die Situation. Eine Vielfalt an Handlungsalternativen und alternativen Blickwinkeln wird immer unwahrscheinlicher.

Fehlt die Möglichkeit der aktiven Einwirkung reagieren Menschen mit einem ausgeprägten Egocentric Bias mit einer aggressiven Abwehrhaltung. Die Dissonanz wird durch Bewältigungsstrategien gelöst, wie beispielsweise die Abwertung oder Egalisierung der Situation. Generell wird der Egocentric Bias immer dann aktiv, wenn wir uns nicht in die Einstellungen und Verhaltensweisen anderer Menschen herein versetzen können. Für Produktdesigner bedeutet dies: Wir müssen die Einstellungen und das Verhalten unserer Nutzer und Kunden möglichst detailliert ergründen. Tun wir das nicht, wird der Egocentric Bias unsere Sicht auf die Situation des Kunden verzerren und unser Situationsverständnis und die Lösung eventuell negativ beeinflussen.

Fokus in der Customer Journey

Definieren: Ja Orientieren: Ja Vorbereiten: Ja Entscheiden: Ja
Ausführen: Ja Kontrollieren: Ja Anpassen: Ja Abschließen: Ja

Fokus im User Experience Design

Visual Design & Branding: Ja Content & Storytelling: Ja
Information Design & Conversion: Ja Interface Design & Information Architecture: Nein

Quick Wins

  • Je detaillierter die psychografischen Informationen über die Nutzer / Kunden sind, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass man selbst im Designprozess Opfer des Egocentric Bias wird. Suche, analysiere und visualisiere möglichst viele Informationen über die Einstellungen (Motive, Glaubenssätze, Werte) und Verhaltensweisen (Motivation,Fähigkeiten) deiner Nutzer und Kunden. Nutze diese Informationen, um die Empathie in deinem Team zu steigern. Als Design Tool steht die die Empathy Persona zur Verfügung.
  • Finde und erzähle Geschichten (Storytelling) die zu den Motiven, Glaubenssätzen, Verhaltensweisen und der Persönlichkeit deiner Kunden / Nutzer passt. Nutze unterschiedliche Kategorien an Geschichten, um verschiedene psychografische Zielgruppen zu bedienen. Beispielsweise wird die eine psychografische Zielgruppe einen stärkeren Fokus auf die Ergebnisse und Leistungsqualität legen, während eine andere wiederum mehr auf Innovation und Ideenreichtum setzt. Nutze beispielsweise die Value Map, um Werte und Themenschwerpunkte zu identifizieren.
  • Benutze psychologische Informationen im Konzept und Design, um die Einstellungen und Verhaltensweisen deiner Kunden zu reflektieren und Abwehrreaktionen zu minimieren. Berücksichtige bereits vorhandene Lösungswege, die der Nutzer zur Realisierung seiner Aufgaben geht. Du kannst die Lösungswege mit der Job Map untersuchen. Die Aufgaben betrachtest du mit unserem Job Statement Canvas.
  • Versuche die Werte-Welt und die Glaubenssätze deiner Nutzer und Kunden im Design zu integrieren. Sei dir bewusst, dass bereits kleine Abweichungen zu Abwehrhaltungen führen können. Diese äußern sich in einer niedrigen Konversion, schlechten Bewertungen und insgesamt weniger Interaktion mit deinem Angebot.
  • Erforsche die Persönlichkeit und den Charakter deiner Nutzer / Kunden. Fasse diese in Kategorien zusammen die du als psychografische Zielgruppe nutzt. Du findest in unserem Magazin die passenden Design Werkzeuge dazu. Entwickle deine UX Konzepte und Designs passgenau auf die Persönlichkeit und den Charakter deiner psychografischen Zielgruppe. Die Persönlichkeit und den Charakter erforscht du mit der Value Map und der Personality Map.

Das Psy Pattern herunterladen

Du kannst das Psy Pattern kostenlos und unverbindlich herunterladen und nutzen. Wir investieren viel Gehirnschmalz, Liebe und Leidenschaft in die Patterns. Deshalb gibt es zwei Bedingungen die du einhalten musst: Erstens – Du entfernst die Hinweise auf UX Experts nicht aus dem Pattern und nennst uns als Urheber. Zweitens – Du kommunizierst die Patterns nicht unter einem eigenen Markennamen. Wir halten das für einen fairen Deal. Über unseren Newsletter benachrichtigen wir dich gerne über neue Patterns in der Bibliothek.

Unsere Bitte an dich: Empfehle diese Seite an Freunde, Arbeitskollegen oder Bekannte. Und teile deine Interpretationen, Ideen und Gedanken über die Kommentarfunktion mit uns.
Psy Pattern - Egocentric Bias

Detailbeschreibung und weitere Ideen und Konzepte

Die Detailbeschreibung und eine wachsende Liste weiterer Anwendungsideen im UX-Design und in der E-Commerce-Customer-Journey steht unseren Community-Mitgliedern nach dem Login zur Verfügung.

Exklusiver Informationen für Community-Mitglieder

Du kannst auf die Detailbeschreibung und eine wachsende Liste an Ideen und Konzepten als Community-Mitglied zugreifen. Unsere Community besteht aus maximal 200 Mitgliedern die sich in einem aktiven Netzwerk austauschen. Neben diesem Austausch erhalten alle Community-Mitglieder den vollen Zugriff auf eine wachsende Anzahl an Design Tools und Psy Patterns. Mit diesen designen sie neuartige und verkaufsstarke Ansätze im E-Commerce.

Vorteile der Community
  • Limitierte und exklusives Mitgliedschaft in einer Runde in der jede jeden kennenlernen kann.
  • Voller Zugriff auf die Psy Patterns inkl. Anleitung.
  • Voller Zugriff auf die Design Tools inkl. Anleitung.
  • Volle 10% Rabatt auf alle unsere Dienstleistungen, Seminare und Workshops.
  • Regelmäßige monatliche Web-Konferenzen in denen du deine Fragen adressieren kannst.
  • Zugang und Kontakt zu 199 anderen Fachkräften aus der deutschen Digitalwirtschaft.
  • Durch das Netzwerk den Zugang zum regelmäßigen Wissensaustausch.

Deine Investition
Deine Investition beträgt monatlich 100 EUR zzgl. MwSt. - Abgerechnet wird für 12 Monate im Voraus. Du erhältst eine Rechnung und kannst damit die Mitgliedschaft absetzen. Deine Gesamtinvestition beträgt also 1.200 EUR zzgl. MwSt. – das sind grad mal 1,5 Tagessätze einer normalen Agentur. Dafür sicherst du dir den Zugang zu einem exklusiven Netzwerk gleichgesinnter Fach- und Führungskräfte.

Mitglied werden
Mitglied kann jeder werden der auf Kundenseite (keine Dienstleister) im Bereich UX-Design, Conversion oder E-Commerce-Management arbeitet. Die Plätze sind auf maximal 200 begrenzt. Wir bringen uns lieber in einer überschaubaren Runde gegenseitig voran, und bieten deshalb nur wenige Plätze an. Sind die Plätze besetzt, nehmen wir keine weiteren Mitglieder auf. Am Ende jedes Jahres entscheidest du selbst,ob du weiter in der Community bleiben möchtest. Wenn du die Mitgliedschaft nicht verlängerst, rückt eine neue Person von der Warteliste nach. Jetzt per E-Mail für Mitgliedschaft bewerben

Über Kai Hebenstreit

Kai Hebenstreit ist Geschäftsführer und Gesellschafter von UX-Experts. In mittlerweile über 15 Jahren Berufserfahrung hat er verkaufsorientierte Erlebniswelten für Kunden wie METRO Cash & Carry, Unitymedia, RWE AG, Christ Juweliere und viele weitere große Marken entwickelt. Kai ist ein Experte für digitale Geschäftsmodelle, vor allem im eCommerce. Er kombiniert Erfahrung und Expertise aus dem User-Experience-Design mit Psychologie, um seinen Kunden neue Ansätze im eCommerce zu ermöglichen. Kai ist passionierter Segler und liebt es, bei Wind und auf dem Wasser die Gedanken schweifen und sich inspirieren zu lassen.